Pro Wolf und anti Bleimunition

Der Wolf soll weiter besonders geschützt sein, fordert ein Dutzend Mitglieder des Umweltrates. Umweltverbände feiern das Verbot von Bleimunition in Feuchtgebieten.
Schutzstatus: Zwölf Umweltminister*innen pro Wolf
In einem Brief an EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius von Anfang Februar haben laut Medienberichten 12 EU-Umweltminister*innen gefordert, den Schutzstatus des Wolfes aufrechtzuerhalten. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke habe den Brief unterzeichnet. Der Informationsdienst Euractiv zititert: „Wir, die Umweltminister, lehnen in einer Zeit der weltweiten Krise der biologischen Vielfalt die Tendenz der Entschließung, den gesetzlichen Schutz des Wolfes zu schwächen, eindeutig ab“. Große Raubtiere hätten bei der ökologischen Regulierung des Wildbestandes eine Schlüsselrolle inne. Wegen der zunehmenden Anzahl von Wolfsrudeln im ländlichen Bereich, drängen landwirtschaftliche Betriebe auf einen besseren Schutz ihrer Tierbestände.
Das EU-Parlament hatte im letzten November eine rechtlich nicht bindende Resolution angenommen, die eine Überarbeitung des Schutzstatus' großer Raubtiere wie dem Wolf sowie eine bessere Entschädigungspolitik für von Wolfsrissen betroffene Landwirtschaftsbetriebe fordert (EU-News 24.11.2022).
Großer erster Erfolg: Bleimunition in Feuchtgebieten verboten
Schon vor zwei Jahren wurde nach langem Hin und Her (EU-News 25.11.2020) entschieden: In Feuchtgebieten darf wegen ihrer schädlichen Auswirkungen keine Bleimunition mehr verwendet werden. Nach Ablauf der Übergangsfrist gilt das Verbot seit 15. Februar in der gesamten EU sowie in einigen weiteren Staaten, freute sich der NABU gemeinsam mit BirdLife nach 20 Jahren Kampf.
Auch der Deutsche Naturschutzring hatte sich für dieses Verbot eingesetzt. Die Argumente: Mehr als eine Million Wasservögel sterben jährlich in der EU an den direkten Folgen einer Bleivergiftung. Giftiges Blei landet tonnenweise in der Umwelt und gefährdet die menschliche Gesundheit. Diese negativen Auswirkungen sind absolut vermeidbar, denn auf dem Markt gibt es schon seit langem bleifreie Munition, die erwiesenermaßen tierschutzgerecht tötet, ohne dabei toxische Nebenwirkungen für Mensch und Natur zu verursachen. Nun sind die Geschosse zumindest schon mal in Feuchtgebieten nicht mehr erlaubt. [jg]
Euractiv: EU-Minister drängen auf weiteren Schutz von Wölfen
dpa-Europaticker: Umweltminister stellen sich beim Wolfschutz gegen das EU-Parlament