EU-Parlament vergibt Chance für deutlich stärkere Energie-Effizienz bei Gebäuden

Am 9. Februar hat der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments (ITRE) über die EU-Gebäudeenergie-Effizienzrichtlinie (EPBD) abgestimmt. Das Ergebnis ist aus SIcht des Deutschen Naturschutzrings enttäuschend. Es gebe zu viele Abstriche bei den Mindeststandards für den Bestand.
Vor der Abstimmung im ITRE hatte der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) gefordert, dem Thema Energieeffizienz zukünftig einen höheren Stellenwert beizumessen und Energieeinsparung zu einer zentralen Säule des europäischen Energiewendeprojekts zu machen. Hintergrund ist, dass sowohl bei der EPBD als auch der EED allgemein (EU-Energieeffizienzrichtlinie) die Ziele zu niedrig gesteckt sind, um dem tatsächlichen Handlungsbedarf gerecht zu werden, so der DNR. Die Chance, Europa mit einer ehrgeizigen Richtline für Gebäude wieder ein Stück zurück auf den Pfad der Klimaneutralität zu bringen, hätten die Abgeordneten im ITRE nicht gut genutzt.
Obwohl der Gebäudesektor als größter EU-Energieverbraucher 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der energiebedingten Treibhausgasemissionen ausmacht, habe der ITRE keine tragfähige Lösung verabschiedet. Besonders die zahlreichen Ausnahmeregelungen für die Mindeststandards für den Gebäudebestand (MEPS) seien nicht nur aus Klimasicht besorgniserregend, sondern würden dazu führen, dass gerade die Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, in Häusern lebten, die nicht saniert werden und somit den hohen Energiepreisen ausgeliefert sind, kritisierte der Verband.
Positiv sei grundsätzlich die Nennung eines Hauptausstiegsdatums für die Verwendung fossiler Brennstoffe in Gebäuden bis 2035. Damit verbunden sollten Subventionen für die Installation von Heizkesseln für fossile Brennstoffe ab 2024 eingestellt werden. Vorsicht sei jedoch bei der Deklaration geboten, denn geht es nach dem ITRE sollen nun auch Gaskessel, die für den Betrieb mit Biogas oder Wasserstoff zertifiziert sind, als „nicht fossil” eingestuft werden und damit nach dem Aus für fossile Energieträger weiterhin erlaubt bleiben. Dies würde die Dekarbonisierung des Gebäudesektors gefährden, warnt der DNR.
Das European Environmental Bureau (EEB), der Dachverband von über 160 europäischen Umweltorganisationen, weist derweil darauf hin, dass die Industrie selbst von der Politik fordert, den Übergang zu sauberer Wärme zu unterstützen. [ah]
PM des DNR
News vom EEB