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DNR-Mitgliederversammlung fordert Zeitenwende für Energie- und Ernährungssicherheit
Pressemitteilung | 23.09.2022
#Biodiversität und Naturschutz #Klima und Energie #Politik und Gesellschaft

DNR-Mitgliederversammlung fordert Zeitenwende für Energie- und Ernährungssicherheit

Niebert: „Wir müssen die Krise zur Beschleunigung der Transformation nutzen“

Gruppenfoto mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke
© DNR/Thorsten Greb
Gruppenfoto mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke, DNR-Mitgliederversammlung 2022

Berlin – Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat heute auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin mit rund 70 Delegierten die umweltpolitischen Herausforderungen Europas vor dem Hintergrund der sich verstärkenden Klima- und Energiekrise sowie dem Artensterben erörtert. Bundesumweltministerin Steffi Lemke nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil und verwies auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der aktuellen Energiekrise. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz das seit langem größte Programm zur Stärkung des Naturschutzes auf den Weg gebracht wurde. So könnten Naturschutz und Klimaschutz auch in der Krise gestärkt und die notwendige Transformation weiter vorangetrieben werden.

Zum Auftakt sprach DNR-Präsident Kai Niebert von einer rasanten Dynamik der politischen Entwicklungen inmitten der Klima- und Biodiversitätskrise, des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der sich verschärfenden Energiekrise. „Selbst wenn der Krieg in der Ukraine morgen vorbei wäre, würde die Energie- und Ernährungskrise so schnell kein Ende haben. Eine ‚Augen-zu-und-durch-Politik‘ hat somit keine Zukunft. Wir brauchen eine Politik, die die Transformation klar im Blick hält und daran ihre Entscheidungen misst. Daher ist es gerade jetzt wichtig, dass wir den sozial-ökologischen Druck aufrechterhalten mit Blick auf den Umbau der Energie- und Ernährungspolitik und hierfür sozialverträgliche Lösungen finden“, sagte Niebert.

„Wir brauchen eine Zeitenwende auch in der Energie-, Klima-, Natur- und Tierschutzpolitik. Das Leitmotiv dieser Zeitenwende muss lauten, dass wir keine weiteren Verschlechterungen mehr akzeptieren dürfen, wo die planetaren Grenzen überschritten sind. Natur- und Umweltschutz muss eine Verbessrung der Lebensqualität bedeuten, dies hat Strahlkraft über den Naturschutz hinaus“, so Niebert weiter.

„Die Rahmenbedingungen für Naturschutz- und Umweltpolitik haben sich in den vergangenen Monaten verändert. Gerade in solchen Zeiten ist eine breit aufgestellte Zivilgesellschaft im Bereich von Umwelt- und Naturschutz, Klimaschutz sowie Tierschutz- und Landwirtschaftspolitik eine wesentliche Säule unserer Demokratie. Ich glaube, dass wir diese in den nächsten Wochen und Monaten ganz intensiv brauchen werden, da die gesellschaftlichen Kontroversen eher zunehmen werden“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke in ihrer Rede.

Neben der Diskussion um die aktuelle Energie- und Ernährungspolitik befasste sich die diesjährige Mitgliederversammlung inhaltlich unter anderem mit einem Antrag für einen Aktionstag zum „Grünes Band“, der einstimmig von den Delegierten beschlossen wurde.

Neu in den DNR aufgenommen wurde die Organisation Green Legal Impact Germany e.V. Der in Berlin ansässige Verein unterstützt unter anderem die Umweltbewegung bei der Vernetzung von Rechtsbeiständen und macht sich für eine vollständige Umsetzung der Aarhus-Konvention in Deutschland und der EU stark.

Kontakt für Rückfragen

Prof. Dr. Kai Niebert

Präsident

030 6781775-902

niebert@dnr.de

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